Trainingskonzept
Wöchentliches Training ermöglicht dem "Fechter aus Leidenschaft" einen tiefgründigen Einstieg in die Materie, denn ohne Frage adelt es den Inhaber dieser charismatischen Waffe, damit auch umgehen zu können. Mit ca. 10 bis 14 Schüler(inne)n pro Trainingseinheit haben wir vergleichsweise kleine Gruppen. So können wir individuell auf jeden einzelnen Fechter eingehen und so den Unterricht dem jeweiligen Kenntnisstand anpassen.
Neben dem Basistraining, bieten wir vielfältige Möglichkeiten an, sein Wissen und Können zu vertiefen, zu reflektieren und zu erweitern. Sei es durch Exkurse in andere Fechtsysteme, individuelle Betreuung im Einzeltraining, Freikampf-Coaching oder in verschiedenen Arbeitsgruppen und Vorträgen. Übrigens: Nach unserer Erfahrung in der Fechtschule ist der Schwertkampf keineswegs nur ein Männersport, sondern für alle Begeisterten mit einem gewissen Verständnis für Sport zu erlernen. In unserer Fechtschule liegt der Damenanteil bei ca. einem Drittel. Trainingsablauf
Der Unterricht beginnt mit disziplinübergreifenden Aufwärmübungen. Nicht nur Ausdauer und Beweglichkeit werden dabei trainiert, sondern auch Reaktionsvermögen und Koordination.
Der erste Unterrichtsteil besteht aus gemeinsamer Wiederholung von Grundtechniken (Beinarbeit, Hiebe und Paraden) ohne Gegenüber. So wird der Kenntnisstand auch neuerer Schüler angeglichen und Grundwissen vertieft. Ebenfalls zum „Einfechten“ gehören die darauffolgenden Zweikampfübungen, die mit wechselnden Partnern frei durchgeführt werden. Jeder Schüler kann hier Techniken und Fechtgeschwindigkeit weitgehend selbst bestimmen und so zu seiner Tagesform finden, Lernerfolge feststellen oder für sich an Schwachpunkten arbeiten. Die Übungsphase geht nun in den Haupfteil des Trainings über, den themenbezogenen Unterricht. Je nach Zusammensetzung der Gruppe werden gemeinsam neue Techniken erlernt. In den meisten Fällen wird der Kenntnisstand aber variieren, so dass der Trainer einzelne oder mehrere Schüler bezüglich eines Themas betreut und individuell Hilfestellung gibt. Abschließender Teil und mit größte Herausforderung des wöchentlichen Trainings ist das Freigefecht. Viel direkter, als bei den Übungen ist hier der Fechtpartner der Gegner, den es zu besiegen gilt. Im Freigefecht wird am deutlichsten spürbar, dass es sich um einen Kampf handelt. Dieses Gefühl ist es aber auch, welches für viele dem Kindheitstraum so nah kommt: aus eigener Kraft einen Gegner besiegen zu können, eigene Zweifel und Ängste überwinden zu können. Auch und gerade bei den Freikämpfen legen wir großen Wert auf Sicherheit - das heißt technische Präzision an Stelle von wildem "Gedengel". Geschützt durch Fechtmasken aus dem Sportfechten haben die Schüler Gelegenheit, ihre Fähigkeiten ohne Verletzungsgefahr zu erproben. Die Freigefechte werden anschließend in der Gruppe besprochen und auch von den Fechtern selbst analysiert. Dies dient der Verarbeitung von Sieg und Niederlage und fördert die Fähigkeit, sich selbst einzuschätzen.
Das Training wird (nach Absprache) ergänzt durch Einzeltrainingsstunden und Vorträge über historische Zusammenhänge. Lernziele
Nicht nur der Körper wird beim Fechten mit dem Langschwert gefordert, sondern der Fechter in seiner ganzen Persönlichkeit. Ebenso, wie ein Fechter von naturgegebener Gelassenheit oder Kampfgeist profitieren mag, wird ein anderer in genau diesen Eigenschaften geschult werden, wenn sie ihm fehlen - dafür sorgt die Eigenart dieser außergewöhnlichen Kampfkunst.
Das Schwertfechten ist für die meisten Schüler mit Kindheitsträumen und großer Leidenschaft verbunden. Von dieser Tatsache angespornt hat man im Training die Möglichkeit beständig an sich arbeiten und Lernziele verfolgen, auch über persönliche Hürden hinaus. Ein Fechter kommt nicht umhin, konzentriert und entscheidungsstark zu sein, er wird lernen, sowohl den Augenblick als auch den strategischen Plan zu sehen, er wird Konflikte meistern müssen - denn jedes Gefecht ist ein Angriff, er wird oft sich selbst gegenüberstehen, vor allem aber auch sich selbst begegnen.
Sicherheit
Die Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle! Sowohl die Wahl der überlieferten Techniken als auch die Trainingsmethoden orientieren sich daran. Freikampftraining ist bei uns kein Vollkontakt, sei es mit Metall oder dem Shinai.
Equipment
Damit sich der Schüler auf Technik und Körperkoordination konzentrieren kann, ohne ein körperliches Risiko einzugehen, wird im Unterricht nicht nur mit Metallschwertern geübt: als Trainingswaffe dient oft das Shinai, das in seinen Maßen einem Langschwert entspricht. Im Gegensatz zu einer Metall- oder Massivholzübungswaffe reguliert die vierteilige Bambuskonstruktion die Energie eines Treffers. Die Übertragung der Techniken auf die schwerere Fechtwaffe aus Metall ist anschließend das Ziel. Jedoch ist trotz der anderen Gewichtsverhältnisse dieser Teil schneller als erwartet vollbracht. Dennoch bleibt das Shinai weiterhin fester Trainingsbestandteil. So ist dem Herantasten, Ausprobieren und Erfahren der Schüler (fast) keine Grenze gesetzt - eine wichtige Voraussetzung für eine Sportart, die sich dem Ausübenden nicht uniform aufdrängt, sondern offen bleibt für die Erforschung und individuelle Herangehensweise des Einzelnen.
Trainingskleidung:
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